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Welcher Person passen welche Farben?
Um das herauszufinden, müssen wir zuerst eine Einteilung der
Farben vornehmen. Prinzipiell haben wir es mit bunten
und
unbunten Farben zu tun.
Die bunten Farben setzen sich aus den drei
Primärfarben zusammen: Rot, Gelb und Blau. Diese kann man zu Grün,
Violett, Türkis, Orange, Indigo und vielen weiteren Nuancen
vermischen.
Die unbunten sind Schattierungen aus Weiß (alle Farben) und Schwarz (keine Farbe). Anthrazit, Dunkel- und Hellgrau, Stein, Zement und Schlamm sind ein paar Beispiele.
Zu den bunten Farben können wir Weiß oder Schwarz mischen, um neue Variationen zu erhalten.
Gebe ich Weiß zu Rot, erhalte ich Rosa, gebe ich Schwarz zu Rot, bekomme ich Bordeaux.
Je nachdem, wie viel der Schwarz- oder Weißanteil beträgt, nenne ich die Nuancen 'Farben' oder 'Neutrale'.
Mische ich beispielsweise ein klein wenig Rot zu schwarzer Farbe, dann ergibt das einen Braunton. Diesen ordne ich den Neutralen zu. Mische ich sehr viel Rot mit etwas Schwarz, habe ich ein dunkles Rot, eine Farbe. Den vorher gemischten Braunton kann ich nun solange mit Weiß aufhellen, bis ich bei einem Elfenbein- oder Sahneton angelangt bin. Alle diese Nuancen von dunkel bis hell sind Neutrale.
Ich fasse noch einmal zusammen:
Diese Unterscheidung ist sehr wichtig, wie wir noch sehen werden.
Außer Schwarz und Weiß sind alle anderen Neutralen Mischtöne. Die bunten Farben sind zuerst einmal reine Farben. Sie wirken klar und leuchtend. Wenn ich zu ihnen etwas Schwarz, Weiß bzw. Grau hinzugebe verlieren die Farben ihre Klarheit und es entstehen gedeckte Nuancen. Je höher der Neutralanteil, desto gedeckter ist die Farbe.
Es gibt also
Je mehr Weiß ich zu einer Farbe oder Neutralen mische, desto heller wird der Ton. Je mehr Schwarz, desto dunkler erscheint die Nuance.
Und ein weiteres Unterscheidungsmerkmal verwenden wir ebenso wie die bildenden Künstler: warme und kalte Farben.
Als wärmste Farbe wird Gelb ▲ bezeichnet, als kälteste Blau ▲.
Wenn Sie zu irgendeiner anderen Farbe oder Neutralen Gelb hinzufügen, so wird dieser Ton wärmer.
Aus Grau ▲ wird warmes Grau ▲ oder Taupe,
aus Rot ▲ wird Zinnoberrot ▲,
mit noch mehr Gelb erhalten Sie Orange ▲.
Mischen Sie Blau hinzu, werden die Farben kälter.
Aus Rosa ▲ wird Pink ▲,
aus Rot ▲ wird Karminrot oder Fuchsia ▲ und
mit viel Blau ergibt sich Violett ▲.
Wir haben nun folgende Farb-Kategorie-Paare:
Wenn unser Sinn für das Farbensehen so ausgeprägt wäre, wie der
Geruchssinn des Hundes, dann müssten wir nur in den Spiegel schauen
und könnten erkennen, welche Farben zu unserer Haut-, Augen- oder
Haarfarbe passen und welche nicht.
Wir können aber leider nicht so gut Farbensehen und deshalb
benötigen wir Hilfen und eine Menge Übung im Umgang mit feinen
Farbnuancen.
Bildende KünstlerInnen, MalerInnen, sind - wenn sie ihr Können entwickelt haben - in der Lage, bei einem Farbton sofort zu erkennen, ob diese Nuance mehr warm oder kühler ist. Hell und dunkel können wir alle unterscheiden, aber wie groß der Rotanteil an einem bestimmten Braun ist, können Unkundige kaum, MalerInnen aber sehr wohl wahrnehmen.
Denn MalerInnen müssen die Farben, die sie sehen und auf ihrer Leinwand oder dem Papier nachbilden wollen, aus verschiedenen Farben zusammenmischen.
Dieses Farbenausmischen schafft eine sehr große Farbsicherheit.
Die Antwort auf unsere Ausgangsfrage, wie finde ich die richtigen Farben für eine Frau oder einen Mann, lautet demnach: wir brauchen eine Person, die farbsicher ist.
Eine geübte Malerin oder ein Maler wäre ideal, denn farbsicher werden sie durch viel Routine im Farbenausmischen. Alle erfolgreichen MalerInnen könnten gute FarbanalystInnen für Menschen sein, wenn sie kurz die Analysemethode erklärt bekämen, weil sie das unerlässliche Farbensehen mitbringen.
Dagegen wird eine Frau oder ein Mann, die oder der die Analysemethode zwar aus dem ff beherrscht, noch lange keine korrekten Testergebnisse erzielen, wenn sie oder er nicht farbsicher ist.
Nun benötigen wir noch einen Maßstab, um zu einem Farbresultat zu kommen, denn Farben lassen sich durch Bezeichnungen nur sehr grob beschreiben.
Rot ist nicht gleich Rot, weil es unendlich viele Rotschattierungen gibt.
Alle Industriezweige, die mit Farben arbeiten, haben sich eine einheitliche Norm geschaffen, um sicher zu sein, dass sie über den gleichen Ton reden. Bei den Anstreichern, in den Tapeten- und Farbgeschäften gibt es das RAL-System; die Textilindustrie verwendet beispielsweise die PANTONE-Farben.
Es handelt sich bei diesen Beispielen um Farbkarten, teilweise um Hunderte, auf denen Farben in einem bestimmten Mischverhältnis abgebildet und mit Nummern versehen sind. Wenn Sie an Ihrer hellgrünen Wohnzimmerwand etwas ausbessern wollen, so müssen Sie nur mit der Farbnummer ins Geschäft gehen und bekommen dann das gleiche Grün wie Sie ehemals an die Wände gestrichen haben.
Ebenso arbeiten Farbanalysten.
Diese haben Testtücher in hellen, dunklen, gedeckten, klaren, warmen und kühlen Nuancen jeder Farbe.
Verschiedene Testtücher werden an das Gesicht der auszutestenden Person gehalten und so wird sichtbar, welche Nuancen in Analogie mit der Farbgebung der Testperson stehen.
Mit kleinen Stoffmustern, die farblich exakt den Testtüchern entsprechen, kann die ausgetestete Person die ihr adäquaten Kleidungsstücke ausfindig machen, indem sie die für sie ausgetesteten Farben vergleicht.
Die Farbgebung der Menschheit besteht überwiegend aus Neutralen: Beige- und helle bis dunkle Brauntöne in der Haut, zartes Hellbraun (blond) bis Schwarz im Haar, nur in den Augen finden wir hier und da einen kleinen Punkt Farbe: etwas blau oder grün.
Nun ist es bei MalerInnen bekannt, dass durch Neutralfarben bunte Farben erst zur Geltung gebracht werden können. Rot allein wirk stark, Schwarz ebenso, aber setzen Sie neben die rote Fläche eine schwarze und Sie werden die Kraft des Rot sowie des Schwarz gesteigert erleben.
Da wir praktisch nur aus Neutralen bestehen, brauchen wir also
nicht noch mehr vom Gleichen, sondern bunte Farben.
Für manche sind diese Farben eher gedeckt, für andere klar und
leuchtend, je nach Typ.
Da wir aber den allergrößten Teil unseres Körpers bedeckt halten, müssen wir an genau die Stellen bunte Farbe bringen, wo unser Körper sichtbar ist: den Kopf und die Hände; wobei der Kopf, das Gesicht, im Vordergrund steht, weil wir uns nicht gegenseitig auf die Hände sehen, sondern mit den Augen Kontakt aufnehmen.
An das Gesicht gehört also eine bunte Farbe, damit neutrale und bunte Farben sich gegenseitig verstärken und unterstützen können.
Beispiel:
Sie tragen beispielsweise einen Pullover in Blau. Die Neutrale dazu ist Ihr Gesicht und Ihr Haar. Um das Blau aber nochmals zu pointieren, können Sie eine graue Hose (wiederum neutral) dazu kombinieren und werden eine zusätzliche Steigerung erleben.
Diesen Effekt finden Sie in gutgemachten Mustern, ganz gleich ob es sich um ein Kleidungsstück oder einen Vorhang handelt.
Allerdings gibt es natürliche Grenzen. Zwei Leute verlegen in
einer Wohnung einen Teppichboden zweifellos doppelt so schnell wie
nur eine Person.
50 ArbeiterInnen sind aber nicht 50mal so schnell. Weil sie sich
gegenseitig auf die Füße treten und behindern. Genauso können sich
zu viele Farben auf engem Raum ebenfalls "gegenseitig auf die Füße
treten".
Gute FarbanalystInnen wissen um diese Tatbestände und sind zudem
farbsicher. Wie Sie solche ExpertInnen finden, lesen Sie unter
Farbanalyse.
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