Wie präsentieren sich Frauen? Wie verschaffen sie sich Respekt und Anerkennung? Tun sie das überhaupt? Inwiefern tragen Frauen zu schlechter Behandlung und  benachteiligten Situationen selber bei?

Körpersprache

Fürchte Dich nicht!

Signal: Angst

Keine Angst hat eine Person, die ihren Kopf hoch trägt. Sie ist stolz, denn sie wagt, ihren ungeschützten Hals zu zeigen.

Sie weiß, dass niemand es wagen würde sie zu beißen! Auch fürchtet sie keinen Angriff aus dem Hinterhalt, nicht von Mensch oder Tier. Hier finden also wir das Gegenteil vom eingezogenen Kopf, dem die Angst im Nacken sitzt.

So einfach als Selbstsicherheits-Signal gesendet, sieht diese Haltung schön aus. In unserem Katalog jedoch sieht dies bei den weiblichen Models wieder recht verkrampft aus und überhaupt nicht stolz. Warum?

Halssehne gespannt, Kinn nach untenAngstsignal und Lächeln!

 

 

 

 

 

 

 

 

Es wird nicht einfach eine entspannte, natürliche Angstfreiheit gezeigt, sondern die empfindliche Halsseite wird unter Spannung dargeboten!

Es ist ein Blickfang.

Der Aufforderungscharakter ist nicht zu übersehen. Wieder handelt es sich um ein typisches weibliches Werbungsgebaren:
"Beiß mich!"
Natürlich wird er nicht beißen.

Fazit
  • In der Werbung werden bei Frauen selbstsichere, angstfreie Signale gleichzeitig mit Unterwerfungsgesten gemischt.
  • Das ergibt ein ritualisiertes "weibliches Werbungsgebaren".
  • Dominanzgesten werden gern mit Kindchen-Signalen zusammen gesendet, was eine (zweifelhafte) sexuelle "Anbietpose" ergibt.
  • Einfach nur selbstsichere, entspannte Körperhaltungen wie bei männlichen Models sind schwer zu finden.

Dieser Ausflug in die Welt der Versandhauskataloge soll Sie anregen, alle Abbildungen von Frauen und Männern künftig mit kritischen Augen zu betrachten.

So geübt, werden sie nicht anders können, als auch im täglichen Umgang dieselben Signale wahrzunehmen.

Wagen Sie doch auch mal einen Blick unter diesem Aspekt in Ihr Familienalbum ...

Achten Sie bei Ihren Beobachtungen, ob bei Fotos, Zeitschriften oder "live" auf Folgendes:

  • Wie viel Raum nimmt eine Person für ihren Körper in Anspruch?
    - Hält sie sich eng oder breitet sie sich aus?
    - Mit den Füßen, Knien, Ellbogen oder Armen?
  • Steht sie oder er Ihnen gerade gegenüber oder windet sie oder er sich?
  • Handhaltung
    - Hände verborgen?
    - Unruhig, halten sich aneinander fest?
    - Hand hält sich am Körper (Schmuck, Kleidung, Haarlocke) fest?
    - Ist Energie in der Hand oder hängt sie schlaff?
  • Körperhaltung - auffallend?
    - Zum Beispiel sehr straff im Oberkörper oder sehr energiearm (eingesunken)?
    - Verdreht, gewunden?
  • Bei Paaren:
    - Wie ist die Haltung zueinander?
    - Welche dominiert (jedenfalls öffentlich)?

Die Botschaft der Bilder

Wenn Sie in den Spiegel sehen - erkennen Sie sich in den Katalogfotos wieder?
Werbung will Ihnen diese Kleider verkaufen - fühlen Sie sich angesprochen?

Wir untersuchen und klären im Folgenden, an welche sich die Botschaften der Werbefotografie wenden und wie wir davon beeinflusst sind.

Es wird uns zu einem klareren Bewusstsein über die weibliche Identität verhelfen und wie sich diese Identität in unserem Körper ausdrückt.

 

Übersicht Körpersignale

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