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Noch immer kämpfen Frauen, die im Dienste ihrer Firma oder ihres eigenen Unternehmens auf Reisen sind, gegen alte Klischees.
Kürzlich beklagte sich die Leiterin einer Import-Export Firma, die sich häufig in Afrika aufhält, dass sie von männlichen europäischen Kollegen im Hotel häufig falsch eingeschätzt wird. "Sie verfolgen mich und fragen, ob ich Stewardess sei. Sie glauben, dass sie dann ja ruhig einen Flirt riskieren können."
Gerade in solchen, für gewisse Männer noch ungewohnten Situationen, ist die Aufmachung einer Frau außerordentlich wichtig.
Einen Flugzeugkapitän oder -steward können wir auf der ganzen Welt von Geschäftsmännern unterscheiden. Achten Sie darauf, dass Sie sich als Frau ebenfalls als die Persönlichkeit präsentieren, die Sie sind!Geschäftsfrauen sind eine immer bedeutender werdende Klientel für Hotels, Fluggesellschaften, Bahnen und Mietwagenfirmen. Die Zahl der Unternehmerinnen stieg in den vergangenen zehn Jahren um das Vierfache.
Jede dritte Firma wird inzwischen von einer Frau gegründet. 1991 bekleideten rund 150.000 deutsche Frauen Führungspositionen als Direktorinnen, Prokuristinnen oder Betriebsleiterinnen.
Dennoch werden sie auf Reisen kaum als Geschäftsfrauen wahrgenommen. Oft werden sie für die mitreisende Ehefrau gehalten oder die Sekretärin des Mannes, der gerade neben ihr steht!
Noch müssen Geschäftsfrauen sich in einer Infrastruktur bewegen, die auf die Bedürfnisse von Männern zugeschnitten ist. Nur zögerlich nimmt das Dienstleistungsgewerbe die weiblichen Kreditkarteninhaberinnen als Wirtschaftsfaktor und damit als Zielgruppe zur Kenntnis. Der Inhaber des Hamburger "Hotel Hanseatin" versucht, die von anderen Hotels geschädigten Frauen aufzufangen. Sein Haus ist neben dem "Europäischen Hof" in Hamburg eines der beiden deutschen Hotels, die 1993 vom Businesswomen’s Travelclub (BWTC) als frauenfreundlich empfohlen wurden.
Die britische Interessengemeinschaft reisender Geschäftsfrauen testet seit einigen Jahren internationale Hotels hinsichtlich des Komforts, den sie Frauen bieten.
Als Beurteilungskriterien gelten unter anderem
Obwohl der Anteil reisender Unternehmerinnen und Managerinnen in Deutschland mittlerweile mehr als zwanzig Prozent aller dienstlichen Übernachtungen ausmacht, tut sich das Hotelgewerbe bisweilen noch schwer mit dem neuen Kundenkreis.
In den USA allerdings haben große Hotelketten bereits begonnen, verkrustete Strukturen, die allein dem Wohlbefinden des männlichen Gastes Rechnung tragen, aufzubrechen.
Das Hotelpersonal, das seine versierte Zuwendung bislang vorzugsweise dem Anzugträger zuteil werden ließ, lernt, dass auch Frauen imstande sind, den passenden Wein zum Menü auszuwählen.
Das Hotelmanagement begreift allmählich, dass die Rechnung nicht immer dem Herrn zu überreichen und der alleinspeisenden Dame nicht automatisch der Tisch hinter der Säule in Toilettennähe zuzuweisen ist.
Wenn Sie geschäftlich einladen, ist es hilfreich, wenn Sie grundsätzlich einen Tisch reservieren, denn dann ist es für das Personal ersichtlich, wer Gastgeberin oder Gastgeber ist.
Sorgen Sie dafür, dass Sie angemessen behandelt werden, auch wenn es bedeutet, selbst bei Kleinigkeiten immer wieder auf ihr Recht zu pochen.
Viele Frauen suchen heute nach einem Weg, sich in der Männerwelt zu behaupten, ohne ihre Weiblichkeit zu verleugnen.
Eine meiner Klientinnen, sie ist Unternehmensberaterin, hat die Erfahrung gemacht, dass sie nicht wie ein Mann auftreten muss, um Anerkennung zu finden: "Ich habe mich bewusst nie an die männlichen Normen angepasst. Ich thematisiere bei Geschäftsverhandlungen beispielsweise auch Gefühle und erlebe mich dabei lebendiger."
Deshalb ist es um so wichtiger, dass der Raum auch fraulichen Bedürfnissen entspricht. Ein Fön im Bad ist noch nicht selbstverständlich und teilweise muss frau erst den Stecker für den Fernsehapparat herausziehen, um den eigenen Fön oder das Reisebügeleisen (auf dem Fußboden!) benutzen zu können.
Ich erlebe auch immer wieder, dass kein einziger Rockbügel im Schrank hängt.
Gewöhnen Sie sich an, im Hotel nach Verlängerungskabeln, Kleiderbügeln, und allem was Ihnen sonst noch fehlt, zu fragen, bevor Sie zu improvisieren beginnen. So schaffen Sie Nachfrage, denn teilweise wissen Hotels nicht, was ihre noch neue Klientel wünscht. Sagen Sie, was Sie wollen!
Kleine Aufmerksamkeiten wie Modejournale und Vollmilchschokolade werden von Geschäftsfrauen nur teilweise geschätzt. Lieber sind ihnen große Flaschen Mineralwasser in der Minibar, Bügelbrett und Bügeleisen im Zimmer, Tampons im Bad, vernünftige Leselampen am Bett und gut beleuchtete Flure, durch die sie angstfrei in ihr Zimmer gelangen.
Viele Frauen haben ein Bedürfnis nach persönlicher Atmosphäre und ziehen kleine Hotels vor. Wer gerne unter sich bleibt, dem bietet das Frauenhotel "Artemisia" in Berlin, nahe beim Kurfürstendamm, eine Alternative.
Auch das "Haus am Dom" in Schleswig richtet sich gezielt an Frauen. Wenn sie den Abend ungern in einer anonymen Hotelbar verbringen, können sie den Tag im Blumengarten, Leseraum oder Musikzimmer ausklingen lassen.