Ihr Imagemacht sichtbar was in Ihnen steckt. |
Zu einem ansprechenden und anspruchsvollen Image gehört ein gewisser Stil.
Was ist das denn nun eigentlich ‘Stil’?
Der englische Schriftsteller William Hazlitt beschrieb ihn so: "Stil ist der äußere Ausdruck einer inneren Harmonie der Seele".
Wir offenbaren unser Wesen, unser Innenleben - ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht - durch die Art, wie wir uns kleiden. Wer wir sind und wohin wir gehören - oder gerne gehören möchten - lässt sich an unserem Outfit ablesen.
Schauen Sie sich einfach nur die traditionellen und modischen "Uniformen" unserer Gesellschaft an: Die männlichen Studenten der neunziger Jahre zeigen mit Aktenkoffer und Krawatte deutlich, wohin sich ihre Universitätslaufbahn verlängern soll. Ganz im Gegensatz zu den StudentInnen und ProfessorInnen der 68er Generation, die ihre Verachtung des Establishments genauso uniform in selbst gestrickten Pullovern, verbeulten Jeans und viel langem Haar ausdrückten.
Hinter der vermeintlichen Oberflächlichkeit der Mode sind Kräfte am
Werk, so einflussreich wie das römische Aquädukt.
Auf Kleider wirken Industrie und Handel, Wissenschaft und
Psychologie.
Jede Gruppe hat Ihren Stil.
Junge Leute - Punker, Rocker, Popper - beschreiben uns die Philosophie ihrer politischen Überzeugung, ihrer sozialen Stellung und ihres gesellschaftliches Zugehörigkeitsgefühls mit Ihrem Erscheinungsbild genauso deutlich wie Leute mittleren Alters.
Beispielsweise die forsche Yuppie-Vierzigerin im Jil-Sander-Kostüm, die Blazer-zu-Jeans-Frau des gehobenen Mittelstandes - wie die Rentnerin, die sich wahrscheinlich auch so fühlt, wie sie sich kleidet: beige wie Sand und Staub, beige Popelinejacken, beige Jerseyhosen, beige Faltenröcke.
Manche signalisieren, dass sie opponieren, andere, dass sie konform
gehen - aber angepasst sind sie alle. Denn wir haben alle das
Bedürfnis, ‘dazu zugehören’ und zwar zu der oder den Gruppen, die
wir für erstrebenswert halten.
Die Verhaltenspsychologie spricht hier vom Zusammengehörigkeitsgefühl
oder Wir-Bewusstsein.
In unserem Sprachgebrauch wird das Wort ‘Stil’ für den persönlichen Selbstausdruck verwendet. Gleichzeitig steht es aber auch für einen Qualitätsanspruch. Es wird von Stil in Zusammenhang mit gutem Geschmack gesprochen.
"Sie hat keinen Stil..." ist eine abfällige Bemerkung, die eindeutig geringe Qualität ausdrückt. Stil hat etwas zu tun mit Lebensart, Ausdrucksweise, Kultiviertheit, Auftreten und Haltung, mit Niveau und Umgangsformen.
Wie können wir einen ‘guten Stil’ entwickeln? Uns selbst ausdrücken und zugleich zeigen, wo wir dazu gehören?
Zuerst müssen wir zwei Tatbestände analysieren:
Um die Details Ihrer Persönlichkeit herauszufinden, sollten Sie die Hilfe einer Fachfrau in Anspruch nehmen, die Methoden gelernt hat, Ihre Figurlinie zu bestimmen und Sie selbst einer Image-Gruppe zuzuordnen.
Bestimmte Bekleidungsdetails korrespondieren unterstützend mit der Kontur eines Körpers oder aber erzeugen eine plumpe Silhouette.
Um Ihren eigenen Stil zu entwickeln, müssen Sie wissen, welche
Schnitte, Stoffe, Muster, Accessoires etc. die Formen Ihrer Figur
günstig betonen.
Ebenso müssen Sie die Merkmale Ihrer Persönlichkeitsgruppe kennen.
Diese Merkmale haben zu tun mit:
Abhängig von Ihrem Typ setzen Sie Farbe und Material unterschiedlich ein.
Sind Sie eine dramatische Frau, die gern im Mittelpunkt des Interesses steht und deutlich ihre Meinung kund tut? Dann kommen Sie in leuchtendem Rot kombiniert mit Schwarz hervorragend zur Geltung. Diese starken Farben gehen konform mit Ihrem lebhaften Naturell.
Sind Sie aber eine "Klassische" - Typ Grace Kelly -, die vom Wesen
her eher Zurückhaltung zeigt und sich in dezenteren Tönen viel
wohler und selbstsicherer fühlt, dann sieht die Rot-Schwarz-
Kombination an Ihnen billig und falsch aus. Sie gehören in ein
klassisches marineblaues oder graues Schneider-Kostüm mit eleganter
Bluse, damit können Sie eine überzeugende Ausstrahlung schaffen.
Aber natürlich nur, wenn Sie der klassische Typ sind!
Viele Frauen "retten" sich in klassische Kleidung, weil sie glauben, damit nichts falsch machen zu können. Weit gefehlt - sie sehen damit langweilig, zu streng und uninteressant aus!
Dazu kommt noch, dass viele gar nicht wissen, was ein klassisches Kostüm ist, denn nicht jedes Kostüm ist ein klassisches.
Leider wird auch häufig in der einschlägigen Literatur - über Umgangsformen, Etikette, Stil - die "klassische" Kleidung empfohlen, ohne klarzustellen, was klassisch überhaupt bedeutet.
Wie gehen Sie vor?
Fremdbestimmt oder gewusst wie?
Viele Frauen glauben, dass sie selber herausgefunden haben, was Ihnen am besten steht. Ihr Einkaufen läuft dann so ab, dass sie losgehen und schauen, ‘was es so gibt’.
Sie suchen vielleicht einen Rock oder ein Paar Schuhe und lassen
sich vom Angebot der Geschäfte leiten. Wenn sie ein Kleidungsstück
anprobieren, dann betrachten sie im Spiegel nur dieses Teil, völlig
isoliert von sich selbst.
Sie überlegen vielleicht, ob es ihnen gut genug gefällt, um den Preis
zu zahlen, der dafür verlangt wird. Und dann gehen sie im Geist
ihren Kleiderschrank durch und überlegen, wozu dieses Stück passen
könnte.
Wissen Sie, was das Resultat eines solchen Verhaltens ist? Ein chaotischer Kleiderschrank: nichts passt zu nichts, obwohl der Schrank fast überquillt.
Frauen, die sich niemals analysieren ließen, keine Methodik gelernt haben, gehen von den vorgegebenen äußeren Tatsachen aus. Sie schauen beim Probieren einer Bluse, ob sie zu groß oder zu klein ist und betrachten sich nur vom Kinn abwärts. Oder haben Sie schon einmal beobachtet, wie eine Kundin eine Bluse daraufhin prüft, ob der Schnitt des Kragens ihre Gesichtsform unterstreicht?
Diese Verhalten entspricht der ALTEN FRAUENROLLE. Keine Selbstbestimmung, kein Selbstausdruck, geringes Selbstbewusstsein.
Betonen Sie die Pluspunkte Ihrer Figur.
Harmonie kann nur entstehen, wenn Gleichartiges zusammengefügt
wird.
Eine gute Imageberaterin findet Ihre Körperlinien heraus. Die Breite der Schultern, Länge der Beine, hohe oder tiefe Taille, Ihre Proportionen und ähnliches mehr - und Sie kann Ihnen sagen, welche Kleidung Ihre Figur unterstützt und Ihre Pluspunkte vorteilhaft zur Geltung bringt.
Denn nur wenn Sie beim Einkaufen von sich selber ausgehen, kann eine Harmonie zwischen Ihnen und der Kleidung entstehen. Andersherum wirken die Sachen auf- und übergestülpt.
Ein wichtiger Vorteil ist außerdem, dass Sie eine variabel einsetzbare Garderobe haben, denn alle Stücke passen stilistisch nicht nur zu Ihnen, sondern auch untereinander zusammen.
Besonders an Ihrem Arbeitsplatz ist es hilfreich, ein möglichst harmonisches Erscheinungsbild zu bieten. Vermeiden Sie Dissonanzen, da Sie so viel überzeugender wirken und Eindeutigkeit und Klarheit ausstrahlen. In einem Gespräch wird sich Ihr Gegenüber viel mehr auf Ihre Worte konzentrieren, wenn Sie optisch keine Störsignale senden.
Unklug oder gleichgültig eingesetzte Kleidung kann andere verwirren. Sie können nicht nicht wirken!
Gefärbtes Haar, dessen Ton nicht mit dem Hautton der Trägerin harmoniert, würde uns denken lassen: "Eine ungünstige Haarfarbe" - wenn wir zum Denken kämen. Aber in einer schnelllebigen Arbeitsumgebung, wo völlig andere Themen auf dem Tagesplan stehen, nehmen wir allenfalls ein unangenehmes Gefühl wahr, ungefähr in der Art: "Hier stimmt etwas nicht".
Uns wird aber nicht bewusst, was es ist: das Gesagte? Die bearbeiteten Schriftsätze? Die etwaigen Absichten der anderen Person?
Natürlich sollten Sie solche Unsicherheitsfaktoren vermeiden, wenn Sie weiterkommen wollen. Meistens sind es nur Kleinigkeiten, die es zu verändern gilt. Oft müssen wir nur wissen, was wir lieber weglassen, um uns gezielt mit einem attraktiven und Erfolg versprechenden Image den Respekt zu verschaffen, der uns gebührt.
Übersicht Image
Aus dem Kommen und Gehen der Trends entwickeln sich Klassiker.
Klassiker wirken über einen bestimmten Ort oder ein Jahrzehnt
hinaus.
Sie haben Stil, der bleibt, weil er stimmt.
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Hannelore Vonier